Rote Flüh – Tannheimer Tal

Die erste Frage vorneweg, sollte man Quellenangaben bezüglich der Hintergrundinformation über die Tour mit Fußnoten angeben???

Wir machen den Gutenberg und lassen das einfach mal weg.

Diese Tagestour mit Start am Parkplatz in Nesselwängle (1150m) ist etwas für die gemütlichen, doch wer sich dazu an einem der letzten Sonnentage im September entscheiden sollte, kann mit einem gemütlichen Gruppenkuscheln auf dem Gipfel rechnen und einer Entdeckungsreise über die unterschiedlichen Persönlichkeitsstrukturen der Schwaben…doch dazu später mehr…

Der gut gekennzeichnete Weg geht über einen Wirtschaftsweg zum Steigaufstieg. Dieser ist durch Holzpflöcke abgestützt und schlängelt sich Treppenartig durch den Wald mit Aufstieg zum Gimpelhaus (1659 m).

Für die konditionell gewohnten ist dieser Aufstieg leicht zu bewältigen, für die Stadtkinder heisst es erstmal atmen und den Körper auf Betriebstemperatur bringen…

Nach ca. 500 Höhenmeter kommt man dann unterhalb des Gimpelhauses aus dem Wald, dann noch mal kurz um die Ecke und der Einstieg in die Judenscharte ist geschafft…In diesem Hochtal wird schon mal für die erste Aufstiegsanstrengung belohnt, zur linken thront die rote Flüh, zur rechten sieht man den Gimpel und die Kellenspitze.

Für die Kletterambitionierten sei gesagt, das Klettergebiet gehört zu den best abgesichertsten im Allgäu. Durch die Interessengemeinschaft um Toni Freudig http://www.klettern-tannheimer.de werden diese Routen in Kooperation mit den DAV Sektionen und Bergführern jedes Jahr überprüft und saniert. Nach einem schrecklichen Unfall 1998 würde diese Gemeinschaft gegründet, ein Besuch auf die Webseite kann ich schwer empfehlen.

Doch weiter im Text…

Wer die philosophische Einsamkeit sucht wird an dieser Stelle das erste Unbehagen in der Magengegend spüren…

Das Gebiet ist aufgrund der kurzen Anreisezeiten natürlich von Schwaben übervölkert, was mir natürlich für die Kommunikation am Berg absolut entgegen kommt, aber dem Norddeutschen wahrscheinlich an seine Grenzen führt…

Laut Aussage vom Gimpelhauswirt ist dieses Gebiet nicht immer so frequentiert, was aber „nicht immer“ so heisst???

Lassen wir das mal offen und stellen uns nicht so an…wenn man es vorher weiss kann man auch die Erwartungen zurück schrauben…

Durch die Judenscharte geht es dann mit einem leichteren Aufstieg zum Einstieg zum Gipfel. Anstelle des Zwiegesprächs mit dem eigenen Schweinehund oder der Natur trifft man dann unterwegs überraschend auf die Diskosmädels aus Ulm, die einen noch beim ausnüchtern, Zigarretten raus und gemütlich am Fels lehnend auf den Rest wartend, die anderen aus der recht unterhaltsamen Truppe haben sich tatsächlich auf dem Gipfel gequält…Die zwingende Konsequenz ergibt sich aus der Tatsache was passiert wenn 13 Mädels auf eine Hütte gehen um zu Übernachten…Zur Belohnung gab es dann auch auf dem Gipfel eine ganze Flasche Prosecco, ein Haufen unterhaltsames Geschrei und die neuesten Infos wer mit wem gerade warum wieder oder nicht mehr zusammen ist und woher man die eine oder andere kennt…Die Frage warum man dafür ein paar Kilometer aus Ulm wegfahren muss bleibt unbeantwortet, und wird unter der Rubrik „Seltsame Sachen die einem unterwegs passieren können…“ abgelegt…

Vor lauter Vorfreude über dieses Ereignis zu schreiben haben wir den stahlseilgesicherten Aufstieg zur roten Flüh (2111 m) vergessen…

An diesem Tag war anstehen angesagt, wie bei Aldi zu besten Zeiten, der Aufstieg erfordert Trittsicherheit und ein Fitzel Kondition…

Auf dem Gipfel teilt man sich wie schon beschrieben die Aussicht mit geschätzten 30 Personen…Ein Klettersteigaufstieg in der Nähe tut sein übriges dazu und Kommunikation und „schauen wer schaut“ ist angesagt…Der Ausblick ist sensationell und man kann die Kletterfreudigen am Gimpel beobachten…nebenbei noch Büchsbiertrinkende Bildzeitungsleser beobachten und sich über die unterschiedlichen Klettersteigsets informieren…

Ja man mag mir meinen Sarkasmus verzeihen, aber es liegt einfach daran das ich mich an diesen Tag so sehr auf die Einsamkeit gefreut habe und mit Vielsamkeit überrumpelt wurde..

Wir haben an diesen Tag noch mit den Diskomädels die Tannheimer Hütte besucht…Sehr nette Leute da…und ja…es war sehr unterhaltsam…die Hütte ist zu empfehlen…

Fazit von uns…

Wer einen gemütlichen Spaziergang machen möchte???

Eine schöne Tour erwartet Euch, allerdings mit der Option ein Haufen Schwaben zu treffen, zum Klettern klingt es interessant…

Und???

Die Videoreportage zur Roten Flüh findet Ihr unter www.stadtkindwandern.de unter Folge 1

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